Themen / Schwere Phasen
Wie komme ich aus einer schweren Phase heraus?
Dieses Beispiel stammt aus meinem Buch „Universelle Relationen“. Mehr im Buch →
Das Problem als Graph
Ein alltägliches Ereignis rührt an eine Erinnerung des inneren Kindes. Dadurch werden bestimmte Gedanken angesteuert, es entsteht ein Gedankenkarussell, und der Körper reagiert mit Unruhe und Stress. Die leuchtenden Kanten zeigen die aktive Kette.
Graph als Text
- Alltags-Ereignis → Inneres Kind (aktiv)
- Inneres Kind → „Nicht genug“ (aktiv)
- „Nicht genug“ → Gedankenkarussell (aktiv)
- Gedankenkarussell → Unruhe / Stress (aktiv)
- Bewusstsein → „Nicht genug“ (leer)
Schritt für Schritt
- Trenne die Ebenen: Was passiert im Alltag, was in der Psyche, was im Körper? Skizziere sie getrennt.
- Suche den Eingangsknoten: Welches Ereignis startet die Kette? Oft ist es eine soziale Situation, die an etwas Altes rührt.
- Hol dein Bewusstsein zu dir und benenne den Gedanken („Druck“, „nichts wert“, „nicht genug“) — und woher er kommt.
- Setze dort an, wo du Einfluss hast: bei dir selbst. Andere Menschen kannst du nicht ändern, deinen eigenen Graphen mitgestalten schon.
- Lenke die Energie auf eine bisher leere Relation um — eine neue, freundlichere Reaktion auf denselben Auslöser.
Ein Beispiel aus meinem Leben
Mir hat geholfen, mein Bewusstsein zu mir zu holen und genau hinzuschauen, woher Gedanken wie „Druck“ oder „nicht genug sein“ kamen. Erst dann konnte ich die Energie umlenken. Ich habe für mich gelernt, welche Ereignisse welche Gefühle auslösen — und an welchem Punkt im Graphen ich ansetzen kann.
Für mich lag darin eine große Entlastung: zu spüren, dass ich nicht nur meine Gedanken bin, sondern den Graphen mitgestalten kann. Vielleicht ist das auch für dich ein Anfang.
Häufige Fragen
Warum kehren dieselben schweren Gefühle immer wieder?
Weil immer dieselben Relationen angesteuert werden, die über Jahre viel Gewicht bekommen haben. Solange die Kette nicht unterbrochen wird, läuft sie automatisch wieder an.
Ersetzt diese Denkweise eine Therapie?
Nein. Sie ist keine Behandlung, sondern eine Sichtweise, die mir geholfen hat. Wenn es schwer bleibt, ist es kein Zeichen von Schwäche, sich Hilfe zu holen.
Weiterdenken
Begriffe dazu: Netzwerkebene, Die drei Zustände: leer, aktiv, passiv, Die sechs Blickwinkel